Dokumente und Literatur

Die PRISCUS-Liste (2010) ist in einer  Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung verfügbar.

Oder hier als PDF.

 

Die Originalpublikation zur PRISCUS-Liste (Holt et al. 2010) ist beim Deutschen Ärzteblatt zu finden.

Eine Liste der wissenschaftlichen Arbeiten, in denen die PRISCUS-Liste zitiert wurde, findet sich bei PubMed.

Der PRISCUS Forschungsverbund

Das gleichzeitige Auftreten oder Vorhandensein mehrerer chronischer Erkrankungen im Sinne einer Multimorbidität stellt den betroffenen Patienten, seine Angehörigen sowie Ärzte und Therapeuten vor große Herausforderungen. Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung bietet sich das für chronisch Kranke entwickelte „chronic care model“ an. Der Forschungsverbund „priscus“ versuchte, die Voraussetzungen für ein daran orientiertes, neues Versorgungsmodell für multimorbide, ältere Patienten zu schaffen.

In verschiedenen Projekten wurden die Implementierung eines multidimensionalen Assessments in Hausarztpraxen, die funktionellen Auswirkungen von Multimorbidität bei Schlaganfallpatienten sowie Möglichkeiten der Prävention und Therapie mittels körperlicher Aktivität evaluiert. Ein Bestandteil war die Erstellung einer auf den deutschen Arzneimittelmarkt angepassten Liste potentiell inadäquater Medikamente im Alter (1).

Die Erstellung der PRISCUS-Liste

Diese PRISCUS-Liste potentiell inadäquater Medikamente (PIM) wurde in Kooperation mit anderen Projektpartnern, der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie mit Hilfe von 27 Ärzten und Apothekern mit Expertise in der Arzneimitteltherapie älterer Menschen erstellt (2). Sie beinhaltet 83 für ältere Patienten möglicherweise ungeeignete Arzneimittel, Therapiealternativen sowie weitere Empfehlungen für die klinische Praxis. Für den Fall, dass die Verordnung eines solchen Arzneimittels nicht vermeidbar ist, werden beispielsweise Dosierungsvorschläge und Überwachungshinweise auf der PRISCUS-Liste aufgeführt. Die PRISCUS-Liste soll die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer machen, indem sie hilft, möglicherweise ungeeignete Medikamente, Interaktionen und Nebenwirkungen zu vermeiden.

In der zweiten Förderphase wurde versucht, die PRISCUS-Liste in den Praxis-Alltag von Hausärzten und in den Klinik-Alltag zu implementieren. Hierfür wurde eine „Kitteltaschenversion“ mit den wichtigsten potenziell inadäquaten Medikamenten, Arzneimittelwechselwirkungen und Überwachungshinweisen entwickelt und in der RIME-Studie evaluiert (3).

1. Thiem U, Hinrichs T, Müller CA, Holt-Noreiks S, Nagl A, Bucchi C, Trampisch U, Moschny A, Platen P, Penner E, Junius-Walker U, Hummers-Pradier E, Theile G, Schmiedl S, Thürmann PA, Scholz S, Greiner W, Klaassen-Mielke R, Pientka L, Trampisch HJ: Prerequisites for a new health care model for elderly people with multiple morbidities: results and conclusions from 3 years of research in the PRISCUS consortium. Z Gerontol Geriatr 2011 Dec;44 Suppl 2:101-12.

2. Holt S, Schmiedl S, Thürmann PA: Potentially inappropriate medications in the elderly: the PRISCUS list. Dtsch Arztebl Int 2010 Aug;107(31-32):543-51.

3. Thiem U, Wilm S, Greiner W, Rudolf H, Trampisch HJ, Müller C, Theile G, Thürmann PA: Reduction of potentially inappropriate medication in the elderly: design of a cluster-randomised controlled trial in German primary care practices (RIME). Ther Adv Drug Saf. 2020 May 12; 12:2042098620918459.